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Sektoraler Heilpraktiker für Ergotherapie in Anstellung: Lohnt sich das?

Der sektorale Heilpraktiker kommt in der Ergotherapie an. Immer mehr angestellte Ergotherapeut:innen fragen sich, ob sich die Erlaubnis im Arbeitsalltag wirklich auszahlt.

4 Min. Lesezeit
Anstellung Heilpraktiker Karriere Fortbildung Ergotherapie
Immer mehr angestellte Ergotherapeut:innen interessieren sich für die sektorale Heilpraktikererlaubnis. Wir beleuchten Chancen und Grenzen.
Immer mehr angestellte Ergotherapeut:innen interessieren sich für die sektorale Heilpraktikererlaubnis. Wir beleuchten Chancen und Grenzen.

Karriere-Boost für Angestellte: Warum der sektorale Heilpraktiker für Ergotherapie mehr als nur eine Option ist

Die sektorale Heilpraktikererlaubnis ist längst nicht mehr nur ein Thema der Physiotherapie. Auch in der Ergotherapie wächst die Bedeutung von Direktzugang, eigenverantwortlicher Indikationsstellung und rechtlich klar abgesicherter Behandlung rasant an.

In Fortbildungen sitzen heute nicht mehr nur Praxisinhaberinnen und Praxisinhaber. Zunehmend nutzen angestellte Fachkräfte aus Praxen, Kliniken, Reha-Einrichtungen sowie aus der Pädiatrie und Geriatrie diese Qualifizierung.

Dabei taucht immer wieder dieselbe Frage auf: „Lohnt sich der Aufwand für mich im Angestelltenverhältnis überhaupt?“

Die Erfahrung aus vielen Kursen und Gesprächen zeigt deutlich: Ja, wenn Du die Möglichkeiten bewusst für Deinen Karriereweg nutzt.

Fachliche Vorteile im ergotherapeutischen Alltag

Die Inhalte der Weiterbildung sind für Angestellte oft sogar besonders wertvoll, weil sie Sicherheit im täglichen Handeln geben.

Berufsrechtliche Sicherheit:
Du lernst genau, welche Rahmenbedingungen für heilkundliche Leistungen gelten. Wo endet Deine Verantwortung, wo beginnt die ärztliche? Was bedeutet das konkret im Kontext einer Klinik oder einer interdisziplinären Praxis? Dieses Wissen schafft Selbstvertrauen in der täglichen Arbeit.

Strukturierte medizinische Einschätzung:
Die Fortbildung vertieft den Blick für Warnhinweise („Red Flags“) und die Differenzialdiagnostik. Egal ob in der Neurologie, Orthopädie oder Pädiatrie: Du lernst, Symptome noch präziser einzuordnen. Das macht Dich im interdisziplinären Team zu einer gefragten Fachkraft, gerade wenn es um die Schnittstelle zwischen medizinischer Diagnose und alltagsorientierter Teilhabe geht.

Indikationsstellung aus ergotherapeutischer Perspektive:
Du erweiterst Deine Handlungskompetenz entscheidend. Anstatt „nur“ eine vorliegende Verordnung fachgerecht umzusetzen, triffst Du eigenständig die Entscheidung, ob eine ergotherapeutische Behandlung medizinisch notwendig ist. Du lernst, fundiert zu beurteilen, welche Patientinnen und Patienten in die Ergotherapie gehören und legst den therapeutischen Weg sowie die passenden Methoden selbstverantwortlich fest. Das ist ein Kernmerkmal eines wirklich eigenständigen Berufsbildes.

Mehr Wert für Arbeitgebende und für Deine Position

Auch wirtschaftlich und strategisch ist die Qualifikation ein Argument, das bei Praxis- und Klinikleitung zieht.

Der Direktzugang:
Er ermöglicht es der Einrichtung, Patientinnen und Patienten ohne ärztliche Verordnung zu beraten, zu screenen und im Rahmen der heilkundlichen Ergotherapie direkt zu behandeln.

Wirtschaftlichkeit:
Heilkundeleistungen sind in der Regel umsatzsteuerbefreit. Das macht sie gegenüber reinen Wellnessleistungen oder allgemeinem Coaching attraktiv.

Erweitertes Spektrum:
Einrichtungen können ihr Angebot gezielt ausbauen, zum Beispiel um berufsbezogene Ergotherapie, Arbeitsplatz-Coaching oder präventive Angebote, die direkt gebucht werden können.

Für Dich persönlich bedeutet das:

  • Du positionierst Dich als Expertin oder Experte für alltagsorientierte Heilbehandlung.
  • Du wirst für das Team unverzichtbarer und hast starke Argumente für Verhandlungen über Aufgabenprofile, Verantwortungsbereiche oder die Vergütung.
  • Du machst Deinen Lebenslauf deutlich zukunftsfähiger, gerade in einem sich wandelnden Gesundheitsmarkt.

Die Option Nebentätigkeit: Dein Spielraum wächst

Besonders spannend ist für viele angestellte Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten die Option einer Nebentätigkeit. Die Erlaubnis bietet hier ganz neue Freiheiten.

Eigenständig arbeiten:
Du kannst neben Deinem Anstellungsverhältnis eigenständig behandeln, sei es in einem kleinen eigenen Behandlungsraum, mobil bei Hausbesuchen oder direkt in Betrieben.

Schwerpunkte setzen:
Vielleicht möchtest Du Dich in einem Bereich spezialisieren, der in Deinem Hauptjob zu kurz kommt. Ob Handtherapie, Neurorehabilitation, tiergestützte Ergotherapie oder spezielle Angebote für Kinder, hier kannst Du Deine Nische finden.

Risikoarmer Start:
Wenn Du mit dem Gedanken der Selbstständigkeit spielst, kannst Du so „hineinschnuppern“ und Dir schrittweise einen Kundenstamm aufbauen, ohne gleich die Sicherheit der Anstellung aufzugeben.

Natürlich gilt es hierbei, arbeitsrechtliche Vorgaben wie die Zustimmung des Arbeitgebers oder Nebentätigkeitsregelungen zu beachten. Auch dieses Thema hat in der Fortbildung seinen Platz.

Fazit: Angestellt sein und „HPergo“ passt zusammen

Die sektorale Heilpraktikererlaubnis für Ergotherapie ist keine Qualifikation nur für Selbstständige. Gerade im Angestelltenverhältnis profitierst Du von:

  • mehr fachlicher Klarheit und rechtlicher Sicherheit
  • einer aufgewerteten Rolle im Team
  • zusätzlichen Gestaltungsmöglichkeiten in Deiner Einrichtung
  • realistischen Perspektiven für eigene Projekte oder eine Nebentätigkeit

Wenn Du Deine ergotherapeutische Arbeit eigenverantwortlicher, rechtssicherer und patientenorientierter gestalten möchtest, ist diese Fortbildung der nächste logische Schritt auf Deiner Karriereleiter.

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